Debate
Bundestag debate and roll-call vote on the art project "TO THE POPULATION" on April 5, 2000

Although Haacke’s project proposal had previously been adopted twice by a large majority by the responsible body, the Arts Advisory Board, the German Bundestag met on April 5th to consider a group motion by 178 members of parliament on the “rejection of the art project OF THE POPULATION”.
Eleven speakers had the floor before the roll-call vote. Here is a compilation of their speeches.
Roll-call vote on motion
Document 14/2867 (new) “The art project in the northern atrium of the Reichstag building by Hans Haacke OF THE POPULATION will not be realized.”
The motion to prevent the population from participating was rejected by a majority of two votes. Thus, Haacke’s concept, as decided by the responsible art advisory board, could be implemented in the northern atrium of the Reichstag building.
| Partei | Ja | Nein | Enthalten |
|---|---|---|---|
| SPD | 9 | 188 | 20 |
| CDU/CSU | 211 | 2 | 0 |
| FDP | 31 | 3 | 0 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 7 | 25 | 8 |
| Die Linke | 0 | 42 | 3 |
| Ergebnis | 258 | 260 | 31 |
All statements made during the Bundestag debate of April 5, 2000, in detail
Dr. Norbert Lammert
Der Deutsche Bundestag führt heute eine Debatte, die vermutlich in keinem anderen Parlament der Welt stattfinden würde. Weder der amerikanische Kongress noch das englische Unterhaus und schon gar nicht die französische Nationalversammlung würde auch nur darüber diskutieren, was hier heute ernsthaft zur Entscheidung ansteht: der Widmung des Reichstagsgebäudes „Dem Deutschen Volke“ eine künstlerisch politische Installation entgegenzusetzen, die „Der Bevölkerung“ gewidmet ist. ... WeiterlesenGert Weisskirchen
Die Spannungen – Herr Kollege Lammert, so würde ich es bezeichnen – zwischen der Giebelinschrift und dem Kunstwerk von Hans Haacke machen nichts anderes deutlich, als dass es in unserer Gesellschaft eine wachsende Pluralität bzw. Vielfarbigkeit gibt. Ohne Pluralität ist Modernität nicht zu gewinnen. ... WeiterlesenDr. Antje Vollmer
Zunächst möchte ich Hans Haacke, der auf der Zuschauertribüne sitzt, gratulieren. Ob ihm ein Kunstwerk gelungen ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Darüber sollen auch andere entscheiden. Ein Kunststück hat er allemal vollbracht: Er ist der Erste, dem es gelungen ist, über sein Kunstwerk die Ehre zu haben, eine Debatte im Deutschen Bundestag erzeugt zu haben. ... WeiterlesenUlrich Heinrich
Wer ausgerechnet im deutschen Parlament den Begriff Volk infrage stellt, darf sich über die kritischen Töne eigentlich nicht wundern. Aber um es vorweg zu sagen: Ich finde die kritischen Töne und Diskussionen ausgesprochen positiv. Dies geht zugunsten unserer demokratischen Kultur und zugunsten der Kunst im Allgemeinen, aber auch der Kunst im Deutschen Bundestag im Besonderen. ... WeiterlesenHanna Wolf
So begeistert ich von Anfang an über die Verhüllung des Reichstages durch Christo und Jeanne-Claude war, Haackes Installation kann ich nicht mitgestalten. Bevor ich einige meiner Gründe nenne, distanziere ich mich aufs Schärfste von zynischen, ausländerfeindlichen Sprüchen, die ich leider auch von der Seite einiger gelesen habe, die das Haacke-Konzept ablehnen. ... WeiterlesenDr. Rita Süssmuth
Aber diese Minderheit hebt kräftig an und wirft den noch Mächtigen vor, sie seien für die Milliardenbeträge an Sozialhilfe, die wir für Ausländer und Asyl Suchende, die hier nicht hingehören, zahlen müssen, verantwortlich. Ich muss dies beim Namen nennen, weil es Grundtenor nicht nur einzelner Briefe, sondern Hunderter von Briefen ist. Weiter wird gefragt, ob diejenigen, die zugestimmt hätten, nicht sowieso geisteskrank oder von allen guten Geistern verlassen seien. Es wird gefragt: Sollen die Gelben, die Schwarzen, die Türken und die Zigeuner etwa auch dazu gehören? Das wäre der Verrat am Vaterland. ... WeiterlesenFranziska Eichstädt-Bohlig
Meiner Meinung nach ist das Spezielle an diesem Projekt, über das wir diskutieren, dass es ein Denkwerk und nicht nur ein Kunstwerk ist. Wir sind es gewohnt, dass Kunstwerke primär an unsere Gefühle, an unser unterbewusstes Assoziationsvermögen appellieren. Demgegenüber schafft Haacke die Herausforderung zur Aufklärung, zum Denken. ... WeiterlesenVolker Kauder
Was mussten wir im Vorfeld nicht alles lesen! Die Freiheit der Kunst sei in Gefahr, wenn wir es heute wagen sollten, Nein zu diesem Kunstwerk zu sagen. Wie soll denn die Freiheit der Kunst gefährdet werden, wenn es nur darum geht, zu entscheiden, wo dieses Werk aufgestellt wird? Hans Haacke kann es überall in Berlin aufstellen, nur nicht im Reichstag. ... WeiterlesenWolfgang Thierse
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Kunst ist Freiheit. Lassen wir sie frei! Beweisen wir jene Souveränität, die dem Bundestag im 51. Jahr seines erfolgreichen Bestehens angemessen ist! Reagieren wir nicht mit angstvoller oder heftiger Abwehr, sondern stellen wir uns dem Anspruch und Widerspruch des Kunstprojektes von Hans Haacke! ... WeiterlesenBundestagsdebatte und namentliche Abstimmung über das Kunstprojekt "DER BEVÖLKERUNG" am 5. April 2000
Debatte
Bundestag debate and roll-call vote on the art project "THE POPULATION" on April 5, 2000

Although Haacke’s project proposal had previously been adopted twice by a large majority by the responsible body, the Arts Advisory Board, the German Bundestag met on April 5th to consider a group motion by 178 members of parliament on the “rejection of the art project OF THE POPULATION”.
Eleven speakers had the floor before the roll-call vote. Here is a compilation of their speeches.
Roll-call vote on motion
Document 14/2867 (new) “The art project in the northern atrium of the Reichstag building by Hans Haacke OF THE POPULATION will not be realized.”
The motion to prevent the population from participating was rejected by a majority of two votes. Thus, Haacke’s concept, as decided by the responsible art advisory board, could be implemented in the northern atrium of the Reichstag building.
| Partei | Ja | Nein | Enthalten |
|---|---|---|---|
| SPD | 9 | 188 | 20 |
| CDU/CSU | 211 | 2 | 0 |
| FDP | 31 | 3 | 0 |
| Bündnis 90/Die Grünen | 7 | 25 | 8 |
| Die Linke | 0 | 42 | 3 |
| Ergebnis | 258 | 260 | 31 |











